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Schon seit Jahren wurden dem Heimatverein Rüthen von Bürgern und Bürgerinnen immer wieder alte Handwerksgeräte angeboten. Doch man hatte nie genügend Möglichkeiten, diese Gerätschaft einzulagern und sie damit für die Zukunft zu sichern und zu erhalten. Im Jahre 2004 wurde dann dem Heimatverein ein ehemaliges Ladenlokal in der Kernstadt von Rüthen angeboten. Allerdings war das Gebäude in einem sehr schlechten Zustand, es bestand allerdings die Möglichkeit, darin ein Museum einzurichten.

Vor noch 90 Jahren war in diesem Fachwerkhaus eine Brauerei untergebracht. Aber wo bekam man genügend Ausstellungsobjekte her, war die wichtigste Frage. Der damalige Vorsitzende des Heimatvereins Rüthen, Eberhard Henneböle, hatte bereits schon vor 50 Jahren damit begonnen, Fossilien und auch archäologische Fundstücke zu sammeln. Einen Teil seiner Sammlung stellte er dem Landesmuseum in Münster zur Verfügung. Der restliche Teil seiner Sammlung war bei der Stadt Rüthen eingelagert. Nachdem man bei der Stadt Rüthen angefragt hatte, ob der Heimatverein diese Objekte ausstellen darf, war die Stadt Rüthen sofort einverstanden. Ein zweiter Schwerpunkt sollte eine Ausstellung über den Einzug der Elektrizität werden, auch hier waren bereits alte Exponate von einem Rüthener Unternehmen vorhanden. Nun musste „nur noch“ die Finanzierung des Museums geklärt werden. Die Rüthener Bevölkerung nahm die Idee eines Museums in Rüthen positiv auf. So kamen auch die ersten Spenden auf und auch die NRW-Stiftung beteiligte sich. Klar war es von Anfang an, dass die Finanzierung nicht nur aus Mitgliedsbeiträgen getragen werden kann, aber auch der Umbau des Museums konnte nur in Eigenleistung erfolgen. Als Anfang Dezember 2004 die Baugenehmigung vorlag, wurde mit den Arbeiten begonnen. Aber nicht nur das Innere des Gebäudes musste erheblich umgebaut werden, sondern auch die Fassade des Gebäudes. Die Spendebereitschaft war groß und auch die Rüthener Unternehmen beteiligten sich mit Sachspenden. Am 20. Mai 2005 war es soweit, das Museum konnte der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die galerieartige Einrichtung auf einer Ausstellungsfläche von ca. 120 qm zeigt zahlreiche verschiedene Objekte zu thematischen Schwerpunkten der Geschichte der Stadt und des Rüthener Raumes. Im Eingangsbereich sind neben Exponaten der seit 1711 in Rüthen bestehenden Schreiner- und Zimmermannszunft (älteste noch existierende Zunft ihrer Art in Deutschland) auch wechselnde Sonderausstellungen zu sehen. Wesentliche Bestandteile der Museumsstuben sind Fossilien, archäologische Fundstücke und seltene Mineralien aus dem Rüthener Raum. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Präsentation der Entwicklung der Elektrizität. Hier finden wir Installationsmaterial und Handwerkszeug die noch von den Anfängen Elektrifizierung stammen. Außerdem befindet sich im unteren Bereich ein Raum der vor allem durch die restaurierten neuromanischen und gotischen Relikte eines Rüthener Chorgestühls seine inspirierende Atmosphäre verleiht. In diesem Raum sind alte sakrale Exponate ausgestellt. 

Nach der Eröffnung des Museums zeigte sich schnell, das dem Heimatverein immer mehr alte Objekte angeboten wurden. Daraufhin entschloss sich der Vorstand die obere Etage des Gebäudes auszubauen. Nach dem Genehmigungsverfahren wurde hiermit in November 2005 begonnen. Auch hier waren  erhebliche Umbaumaßnahmen notwendig, da vor allem der Brandschutz beachtet werden musste. In dieser Etage sind alte Haushaltsgeräte sowie Einrichtungsgegenstände aus vergangenen Tagen zu sehen. Außerdem entstand ein Raum mit einer Bilderwand, in dem alte Bilder von Rüthen und den Ortsteilen zu sehen sind. Aber auch ein Versammlungsraum und eine Werkstatt entstanden in der Etage.  Am 20. Mai 2006,  zum 60. Geburtstag des Heimatvereins Rüthen, konnte der erweiterte Teil des Museums der Öffentlichkeit vorgestellt werden. 

Besucher sind immer herzlich willkommen und auch im Rahmen einer Stadtführung in Rüthen kann das Museum besucht werden. Öffnungszeiten: Sonntags von 15 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung

Ansprechpartner :Tel. 02952 / 2397 oder Tel. 02952 / 3122

 

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